Rund 1,4 Millionen Menschen leben derzeit in einer Katastrophenlage der akuten Ernährungsunsicherheit. Die Mehrheit davon befindet sich in Konfliktgebieten, weitere Betroffene in Staaten mit fragiler Versorgungslage, heisst es im September-Update des Global Report on Food Crises (GRFC). Gemäss Bericht zählen einige Länder zu den Staaten mit den absolut meisten Menschen in hoher Ernährungsnot, während andere die höchsten Anteile an der Bevölkerung in diesen Stufen aufweisen. Diese Krisen seien vorwiegend konfliktbedingt.
Besonders alarmierend ist die Lage in mehreren Gebieten, wo Hungersnöte offiziell bestätigt wurden oder unmittelbar drohen. Die Analystinnen und Analysten betonen, dass anhaltende Gewalt, massiv eingeschränkter humanitärer Zugang, zerstörte lokale Produktion und unerschwingliche Preise die zentrale Ursache sind. Für manche Regionen wird zudem ein Risiko weiterer Hungersnöte im laufenden Jahr ausgewiesen.
Die Analyse verweist ausserdem auf 26 anhaltende Ernährungskrisen mit gravierenden Mangelernährungsraten. Binnenvertriebene und Rückkehrende seien überproportional betroffen; neue Vertreibungen wurden unter anderem in Afrika, im Nahen Osten und in der Karibik registriert.
Verschärft wird die Lage durch drastische Einschnitte der Hilfsfinanzierung: „Abrupte und erhebliche Kürzungen der Finanzierung Anfang 2025 gefährden lebensrettende Einsätze in einigen der schlimmsten Ernährungs- und Ernährungskrisen.“ Gemäss Bericht drohen dadurch nicht nur unmittelbare Hilfsprogramme zu kollabieren; auch Datenerhebung und Frühwarnsysteme würden gefährdet, was die zielgenaue Planung weiter erschwere.
In der regionalen Betrachtung verschlechterte sich die Ernährungssituation 2025 in 14 Ländern seit 2024, unter anderem durch Gewalt, Überschwemmungen, Dürren und ökonomische Schocks. Teilweise seien Rückgänge der Bedarfszahlen zu beobachten, diese könnten jedoch lokale Verschlechterungen überdecken oder saisonal verzerrt sein.
Die Autorinnen und Autoren fassen die humanitäre Herausforderung zugespitzt zusammen: „Die verheerenden Auswirkungen von menschengemachtem Konflikt haben zu Hungersnöten (IPC Phase 5) geführt und bergen das Risiko weiterer Hungersnöte.“ Der Bericht fordert implizit umfassenden, sektorübergreifenden Zugang und rasche Mittel, um Hungertod, Destabilisierung von Lebensgrundlagen und anhaltende Mangelernährung zu verhindern.
