Parlament stärkt höhere Berufsbildung – Travail.Suisse begrüsst Reform

15. Dez. 2025

Nach Stände- und Nationalrat ist die Reform zur höheren Berufsbildung beschlossen. Travail.Suisse sieht mehr Transparenz, internationalere Abschlüsse und eine Aufwertung des Berufsbildungswegs.

Nach dem Entscheid des Ständerats vom September hat auch der Nationalrat das Massnahmenpaket zur Stärkung der höheren Berufsbildung verabschiedet. Die Revision des seit 2004 geltenden Bundesgesetzes über die Berufsbildung beendet damit sieben Jahre politischer Diskussionen. Ausgangspunkt waren die Motion Fetz «Stärkung der höheren Fachschulen» aus dem Jahr 2018 und die Motion Aebischer «Gleichwertigkeit der Diplome der höheren Berufsbildung» von 2020. Mit dem jüngsten Parlamentsentscheid seien sämtliche Differenzen zwischen den Räten ausgeräumt worden, heisst es in der Mitteilung. Travail.Suisse begrüsst den Beschluss und hält fest, dass er «die Berufsbildung aufwertet». Zudem erhalte die höhere Berufsbildung nun «nun endlich einen gefestigten Status», so die Meldung.

Inhaltlich setzt die Reform auf mehr Transparenz und Modernisierung. Das Recht auf die Bezeichnung «Hochschule» werde klar verankert, was für Öffentlichkeit sowie Arbeitgebende mehr Klarheit schaffe. Die Einführung von Englisch als zusätzlicher Prüfungssprache erleichtere den Zugang zu Abschlüssen der höheren Berufsbildung und erweitere den Kreis potenzieller Absolventinnen und Absolventen. Weiter sollen flexibilisierte Nachdiplomstudiengänge Weiterbildungen ermöglichen, die rascher auf Veränderungen des Arbeitsmarkts reagieren. Als wichtigen Schritt für die internationale Sichtbarkeit nennt Travail.Suisse die Einführung der Zusatzbezeichnungen «Professional Bachelor» und «Professional Master», die das Verständnis der Schweizer Qualifikationen im Ausland verbessern sollen, ohne die Grundlagen zu verändern.

Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Tertiarisierung rechnet das Bundesamt für Statistik gemäss Mitteilung damit, dass im Jahr 2040 fast 17 Prozent der Absolventinnen und Absolventen der Tertiärstufe aus der höheren Berufsbildung stammen werden, nach 15 Prozent im Jahr 2019. Für Travail.Suisse ist es deshalb zentral, dass diese Personen über anerkannte Abschlüsse verfügen. Das revidierte Gesetz stärke den Wert der Diplome und stelle die höhere Berufsbildung den anderen tertiären Ausbildungen gleich. Für die Zukunft erachtet der unabhängige Dachverband der Arbeitnehmenden in der Schweiz eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und höheren Fachschulen sowie eine stärkere Berücksichtigung der höheren Berufsbildung in der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung als zentral.