Magazin
Die leise Schule der Abwertung
UN Women beobachtet mit Sorge die Ausbreitung der sogenannten Manosphere: eines digitalen Milieus, das Unsicherheiten junger Männer aufgreift und häufig in Frauenfeindlichkeit umdeutet. Die Forschung zeigt, dass daraus nicht nur ein Problem des Internets entsteht, sondern eine gesellschaftliche Herausforderung für Bildung, Beziehungen und Zusammenhalt.
Wie die Schweiz Zukunft lernt
Neue Szenarien zeigen, wie unterschiedlich die Schweiz bis 2100 werden könnte – und warum soziale Gerechtigkeit, Vertrauen und Grundversorgung zu Schlüsselfragen der Klimazukunft werden.
Atlas der Zivilgesellschaft sieht Freiheitsrechte weltweit unter Druck
Der neue „Atlas der Zivilgesellschaft“ warnt vor wachsender Desinformation und schrumpfenden Freiräumen für zivilgesellschaftliches Engagement weltweit.
„Gesundheit betrifft nicht nur den Körper“
In einer Zeit, in der manche Krankenhäuser Seelsorgende stärker in die Pflegeteams integrieren – selbst wenn dies bedeutet, ihre Erkennungsmerkmale zu verwischen –, verändert sich die Rolle der Seelsorge. Ein Gespräch mit Claudia Kohli, Leiterin des Kompetenzzentrums Seelsorge im Gesundheitswesen (KSiG).
Wo Türen offen stehen
Glaubwürdig – ein neues Podcast-Projekt von ERF Medien Schweiz, gemeinsam mit der HF TDS Aarau: Mitten im Kreis 4 von Zürich liegt die Streetchurch, und wer von der Straße aus eintritt, lässt nicht einfach nur den Verkehr hinter sich. Er tritt in einen anderen Takt ein. Draußen drängt die Stadt, drinnen beginnt ein Raum, der weder geschniegelt noch feierlich auf Distanz wirkt. Eher so, als hätte jemand in einem urbanen Gedränge einen Ort freigehalten, an dem kein Mensch zuerst erklären muss, warum er gerade nicht weiterweiß. Noch bevor irgendein Konzept sichtbar wird, ist da eine einfache Botschaft: Du bist hier nicht fehl am Platz.
Bildungsbericht Schweiz 2026: Stabil leistungsfähig, sozial verletzlich
Dass der Bildungsbericht alle vier Jahre erscheint, macht ihn zu einem Instrument der langen Linien. Veränderungen werden nicht als Momentaufnahmen, sondern als Trendlesart sichtbar. Gleichzeitig erhöht genau dieser Rhythmus den Druck: Wer heute erkennt, wo sich Risiken verfestigen, hat bis zur nächsten Ausgabe – laut EDK im Jahr 2030 – eine überschaubare Zeit, um Ursachen zu adressieren, statt Symptome zu kurieren.
Kleider, die weiterziehen dürfen
Ein Kleiderschrank, der kaum noch schliesst, ist der Anfang dieser Geschichte. Aus einem privaten Moment des Aussortierens wird eine Bewegung: weg vom Zuviel, hin zu einem Ort, an dem Dinge einen zweiten Umlauf bekommen – und Menschen einander begegnen. In Birr im Aargau führt der Weg hinunter in ein Untergeschoss, das hell wirkt, geordnet, überraschend weit. Dort liegt der Sinn nicht in der Ware allein. Er liegt im Dazwischen: in einer Bezugskarte, die auf Vertrauen basiert, in Preisen, die Entlastung bringen, in Kaffee, der Gespräche öffnet, und in Freiwilligenarbeit, die nicht nur gibt, sondern auch zurückgibt.
Die Geschichte ist als Podcast in der Reihe „glaubwürdig“ zu hören. Ein Podcast von ERF Medien Schweiz in Zusammenarbeit mit der HF TDS Aarau, der Höheren Fachschule für Theologie, Diakonie, Soziales.
Mobile Altersarbeit: Ein neuer Ansatz für gute Betreuung im Alter
Mobile Altersarbeit erreicht ältere Menschen dort, wo sie leben – und wird so zum Schlüssel einer würdevollen Betreuung im Alter. Die Paul Schiller Stiftung hat dazu einen Bericht veröffentlicht.
Demokratie im Schnelldurchlauf: Wie junge Menschen online erreicht werden
Soziale Medien prägen das politische Denken junger Menschen wie nie zuvor. Eine neue Studie zeigt, wie Demokratie heute digital vermittelt werden muss – und welche Rolle die Sozialdiakonie dabei spielen kann.
„KI und Diakonie“: Wie digitale Assistenten die Praxis stärken und wo Grenzen bleiben
In der Online-Weiterbildung der Diakonie Schweiz führt Antonia Zahner praxisnah in KI Werkzeuge ein und orientiert über Nutzen und Risiken.
«Diakonie und KI»: Chancen und Risiken Künstlicher Intelligenz für die Sozialdiakonie
Im ersten Modul der Weiterbildung «Diakonie und KI» der Diakonie Schweiz führt der Soziologe Peter Zängl in das Thema ein, demonstriert Nutzungen im Alltag und markiert klare Leitplanken für Kirche und Diakonie.
Familienfreundlichkeit in Stellenanzeigen – Anspruch und Wirklichkeit
Die Wirtschaft klagt über Fachkräftemangel und wirbt mit Vereinbarkeit von Beruf und Familie – zumindest auf dem Papier. Doch spiegelt sich das Versprechen familienfreundlicher Arbeitsbedingungen tatsächlich in den Jobanzeigen wider? Eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung zeichnet ein ernüchterndes Bild.
Daten, die Gleichstellung bewegen – Wie UN Women Genderdaten in greifbare Wirkung übersetzt
Mit gezielten Investitionen in Genderdaten erzielt UN Women weltweit greifbare Fortschritte für Frauenrechte – von Gewaltprävention in Tansania bis zu Klimaanpassung in Tonga.
Lohnschere bleibt – Zwischenbilanz deckt Schwächen auf
Trotz gesetzlicher Pflicht zur Lohngleichheitsanalyse bestehen in der Schweiz weiterhin grosse Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern. Eine Zwischenbilanz deckt Mängel auf, während schärfere Gesetze gefordert werden.
«Wir haben mehr erwartet» – Palliative Care in der Schweiz zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Es ist eine ernüchterte Allianz, die sich am 25. Juni 2025 in Bern zu Wort meldet. «Wir haben mehr erwartet», heisst es gleich in der Überschrift ihrer Medienmitteilung. Gemeint ist der Bericht des Bundesrates zur Motion 20.4264 «Für eine angemessene Finanzierung der Palliative Care» – ein Dokument, das die Erwartungen vieler Expertinnen und Experten im Bereich der Palliativversorgung offenbar nicht erfüllt hat. Die Allianz «Für eine angemessene Finanzierung der Palliative Care», ein Zusammenschluss namhafter Organisationen von Spitälern, Pflegeeinrichtungen, Patientenorganisationen und Fachverbänden, spricht dem Bericht zwar die Anerkennung eines Handlungsbedarfs zu, kritisiert jedoch dessen «mutlose» Haltung.
Digitale Teilhabe älterer Menschen: Fortschritt, Vielfalt und neue Verantwortung
Noch vor fünfzehn Jahren galt die Generation 65+ als digitales Schlusslicht. Heute sind neun von zehn Seniorinnen und Senioren in der Schweiz online – ein tiefgreifender Wandel mit weitreichenden Folgen für Gesellschaft, Sozialpolitik und die digitale Infrastruktur. Doch trotz grosser Fortschritte zeigt sich: Digitale Teilhabe ist mehr als nur Netzanschluss. Es geht um Kompetenzen, Teilhabechancen und den Zugang zu einer zunehmend digitalisierten Welt. Die neue Studie Digital Seniors 2025 von Pro Senectute wirft ein Licht auf den Stand der Dinge – und auf das, was bleibt: digitale Ungleichheiten, neue Bildungsaufgaben und die Notwendigkeit individueller Unterstützung.
Stärker unter Druck denn je: Der globale Raum für Zivilgesellschaft schrumpft dramatisch
Der neue «Atlas der Zivilgesellschaft» zeichnet ein düsteres Bild: 85 Prozent der Weltbevölkerung leben in Staaten, in denen freie Meinungsäusserung, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit eingeschränkt, unterdrückt oder ganz verunmöglicht sind. Während autoritär-libertäre Regierungen an zentralen Orten ganze Staatsapparate zerlegen, wächst der Druck auf Gerichte, Medien und Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger. Eine Spurensuche von Berlin bis Buenos Aires – und ein Blick darauf, wie sich die Lage in der Schweiz, in Deutschland, Österreich und Frankreich entwickelt.










